Für Reisende, die zum ersten Mal nach London kommen, gehören neben Big Ben, der Tate Gallery und dem London Eye vor allem die lokalen Köstlichkeiten zu den absoluten Must-Sees. Londons Esskultur vereint globale Einflüsse: Von klassischen britischen Sandwiches und Fish & Chips bis hin zu den in den letzten Jahren aufstrebenden Aromen Asiens, des Nahen Ostens und Südamerikas – hier findet jeder etwas nach seinem Geschmack. Im Folgenden präsentieren wir einen 5‑tägigen Gourmet‑Guide, der lokale Lieblingslokale, unverzichtbare Klassiker sowie versteckte Szeneviertel kombiniert und dir hilft, Londons Alltag buchstäblich zu „erschmecken“.
Tag 1: Erste Eindrücke der traditionellen britischen Küche
Must-Try-Gerichte
- Full English Breakfast: Dieses Frühstück ist eines der ikonischsten britischen Gerichte und besteht typischerweise aus Speck, Würstchen, Spiegeleiern, Baked Beans, Pilzen, Toast und Black Pudding. Am authentischsten lässt es sich in einem familiengeführten Café oder einer traditionellen Kneipe genießen.
- Fish and Chips: Eine wahre britische Institution: knusprig frittierter Fisch mit goldgelben Pommes, dazu eine Limonade oder ein Bier – perfekt für ein schnelles Mittagessen.
- Afternoon Tea: In London ist der Nachmittagstee nicht nur ein gesellschaftliches Ritual, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der englischen Lebensart. Besonders empfehlenswert sind traditionsreiche Teestuben nahe Charing Cross, etwa The Ritz London oder Fortnum & Mason.
Empfohlene Restaurants/Viertel
- The Golden Hind (Leadenhall Market): Mitten im Finanzdistrikt gelegen, überzeugt dieses Restaurant mit seinem Retro‑Ambiente und klassischen britischen Gerichten. Die Preise sind moderat, ideal für ein Mittagessen.
- Spezialität: Englischer Rindereintopf mit Kartoffelpüree
- Preisniveau: £15–£25
- Borough Market: Einer der berühmtesten Märkte Londons mit über 100 Ständen, die frische Zutaten, Backwaren, Meeresfrüchte und Street Food anbieten. Hier kannst du die kulinarische Vielfalt der Stadt in all ihrer Pracht erleben.
- Tipp: Der Markt öffnet um 9 Uhr; plane mindestens zwei Stunden ein.
- The Punter (Clerkenwell): Ein lebhaftes Pub-Restaurant mit britischen Snacks und Craft Beer – perfekt zum Entspannen am Abend.
- Spezialität: Gebratene Hähnchenschenkel mit Pommes
- Preisniveau: £8–£15
Tag 2: Die vielfältigen Geschmäcker Londons entdecken
Must-Try-Gerichte
- Indisches Curry: London ist ein Paradies für indische Küche; insbesondere die Curry Mile rund um Westminster zählt zahlreiche authentische Restaurants.
- Mittelöstliche Mezze: Von libanesischem Taboulé bis zu türkischen Dönerrollen – die mittelöstlichen Lokale erfreuen sich in London wachsender Beliebtheit.
- Italienische Pizza: Auch wenn sie nicht aus Italien stammt, gibt es in London hervorragende Pizzerias, vor allem mit neapolitanischem Teig, der dem Original sehr nahekommt.
Empfohlene Restaurants/Viertel
- Roka (Covent Garden): Ein gehobenes japanisches Restaurant mit Sushi, Ramen und Izakaya‑Snacks in eleganter Atmosphäre.
- Spezialität: Gegrilltes Aal-Sushi
- Preisniveau: £20–£40
- Mangal (Kensington): Spezialisiert auf türkische Küche, besonders auf gegrilltes Fleisch und marinierte Vorspeisen.
- Spezialität: Gegrillte Lammkebabs mit Hummus
- Preisniveau: £15–£25
- Oberon (Camden Town): Dieses Restaurant in Camden Town bietet moderne britische Gerichte und handwerklich gebrautes Craft Beer.
- Spezialität: Langsam geschmortes Steak mit Rotweinsauce
- Preisniveau: £25–£35
Tag 3: Street Food und nächtliche Markthallen erkunden
Nacht- bzw. Straßenmärkte/Speiseviertel
- Borough Market: Tagsüber ein kulinarischer Markt, verwandelt er sich abends in ein pulsierendes Gastronomieviertel, wo viele Stände weiterhin geöffnet sind und diverse Street‑Food‑Delikatessen anbieten.
- Spitalfields Market: Samstags und sonntags geöffnet, bietet dieser Markt neben Kunsthandwerk auch zahlreiche kleine Restaurants und Cafés – ideal zum Schlemmen beim Bummeln.
- Camden Market: Eines der bekanntesten Zentren für Street Food in London, besonders für vegetarische und exotische Gerichte wie mexikanische Tacos oder thailändische Pad Thai.
Must-Try-Gerichte
- Street Dog: Auf dem Camden Market erhältlich in verschiedenen Varianten – scharf, mit Käse, mit Rindfleisch usw.
- Pad Thai: In den asiatischen Vierteln Londons gibt es viele authentische thailändische Restaurants; probiere unbedingt die Variante mit Erdnusssoße und Garnelen.
- Pasta: Londons italienische Restaurants sind zahlreich, teilweise sogar preiswerter als in Italien selbst – und schmecken mindestens genauso gut.
Tag 4: Michelin-Sterne und gehobene Gastronomie
Empfohlene Restaurants/Viertel
- The Wolseley (Piccadilly): Ein traditionsreiches Restaurant mit opulentem Ambiente, das französische und britische Gerichte serviert – perfekt für ein formelles Abendessen.
- Spezialität: Französische gratinierte Hummer
- Preisniveau: £30–£50
- Dishoom (Shoreditch): Ein indisches Restaurant, dessen Name an das hinduistische Feuer erinnert; die Karte vereint Traditionelles mit Modernem.
- Spezialität: Hühnercurry mit Naan-Brot
- Preisniveau: £15–£25
- The Ledbury (Notting Hill): Ein dreisterniges Michelin-Restaurant, dessen Küchenchef Simon Hulme für kreative britische Küche bekannt ist – ideal für anspruchsvolle Genießer.
- Spezialität: Gegrilltes Lamm mit Trüffelsauce
- Preisniveau: £50–£70
Tag 5: Ein kulinarischer Abschiedsbummel
Must-Try-Gerichte
- English Trifle: Ein traditioneller britischer Dessert aus Biskuit, Früchten, Sahne und Pudding – einfach köstlich!
- Britischer Käse: In London gibt es zahlreiche Käsebars, wo du regionale Spezialitäten wie Cheddar oder Blauschimmelkäse verkosten kannst.
- Englischer Tee: In London ist das Teetrinken eine Lebensart. Gönn dir in jedem Café oder Teeladen eine Tasse englischen Schwarztees mit Scones und Marmelade.
Empfohlene Restaurants/Viertel
- Fortnum & Mason (Piccadilly): Diese Jahrhundert‑Institution ist nicht nur ein Shopping‑Paradies, sondern bietet auch erstklassigen Afternoon Tea und erlesene Delikatessen.
- Spezialität: Englisches Afternoon‑Tea‑Set
- Preisniveau: £30–£50
- The Ivy (Mayfair): Ein historisches Restaurant, das schon zahlreiche Prominente beherbergte und klassische britische Gerichte sowie ein gehobenes Esserlebnis bietet.
- Spezialität: Englischer Rindereintopf
- Preisniveau: £25–£40
Kulinarische Hintergründe und Tipps
Londons Esskultur ist stark von seiner Geschichte geprägt: Von den heimischen Küchen der Viktorianischen Ära über die sparsame Kriegsküche während des Zweiten Weltkriegs bis hin zur heutigen bunten Fusionküche steckt hinter jedem Gericht eine eigene Geschichte. Zudem ist der gastronomische Wettbewerb in London enorm; daher findest du hier oft ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und konstant hohe Qualität.
Tipps
- Reserviere im Voraus, besonders in Michelin-Restaurants oder Lokalen nahe beliebter Sehenswürdigkeiten.
- Nutze lokale Apps wie Yelp, Google Maps oder TripAdvisor, um gut bewertete Restaurants zu finden.
- Plane deine Anfahrt: Das U‑Bahn‑Netz ist ausgezeichnet, doch manche Restaurants liegen etwas abseits; spare daher genügend Zeit ein.
- Beachte die Öffnungszeiten: Viele Lokale haben nur zu bestimmten Zeiten geöffnet, besonders am Wochenende oder an Feiertagen.
- Halte dich budgetgerecht: London ist teuer; ein gut geplanter Ausgabenrahmen hilft, Überlastungen zu vermeiden.
Während deiner fünf Tage in London kannst du die Stadt durch ihre kulinarischen Highlights noch besser kennenlernen – ob bei einem schnellen Snack auf der Straße oder einem feinen Dinner in einem Sternerestaurant. Jeder Bissen erzählt seine eigene Geschichte und lässt dich Teil von Londons reichem kulturellen Erbe werden. Wir hoffen, dass dir dieser Guide dabei hilft, die Stadt mit allen Sinnen zu genießen und unvergessliche kulinarische Erinnerungen zu sammeln!